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Jun 29 2016

Hofer Landrat Oliver Bär diskriminiert junge Menschen

Die Umfrage-Aktion des Landkreis Hofs diskriminiert junge Menschen. Der Landkreis Hof will alle Menschen ab 60 Jahren zu den Themen Mobilität und Barrierefreiheit befragen. Das ist aber keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Lebenssituation. Der Landrat Oliver Bär diskriminiert damit junge Leute und Familien.

Der Hofer Landrat Oliver Bär kündigte an, alle Senioren zu den Themen Barrierefreiheit und Mobilität zu befragen. „Damit diskriminiert der Landrat junge Menschen“, sagt Sophia Fischer, Unterbezirksvorsitzende der Jusos Hochfranken. „Auch junge Menschen sorgen sich um Mobilität: Wie komme ich ohne Auto zur Ausbildungsstelle? Wie komme ich ohne Auto zu meinen Freunden?“ Die Schullandschaft wird immer mehr ausgedünnt. Längere Anfahrtswege, Freundinnen und Freunde in weiter entfernten Ortschaften und Nachmittagsunterricht ohne Bus, der einen nach Hause fahren kann. „Wenn ich an der Fachhochschule lange Vorlesung habe, komme ich mit Bahn und Bus nicht mehr heim nach Sparneck. Ich bin auf das Auto angewiesen, doch nicht jeder junge Mensch kann sich eines leisten.“

Außerdem muss man auch an die Schülerinnen und Schüler denken, die noch kein Auto fahren dürfen, Sie sind auf die Autos der Eltern angewiesen. Doch diese müssen oft beide ganztags arbeiten, um die Familie zu ernähren.

Fischers Mann Sebastian, Bezirksvorsitzender der Jusos Oberfranken, schlägt in die gleiche Kerbe: „Was machen Alleinerziehende? Deren Kinder sind noch mehr benachteiligt. Aber auch das Thema Barrierefreiheit geht junge Menschen genau so an: Mit Kinderwagen an die Gleise 2 und 3 am Münchberger Bahnhof zu kommen, ist so gut wie unmöglich. Barrierefreiheit, Mobilität und Personenverkehr sind nicht Fragen des Alters, sondern Fragen der Lebenssituation.“

Die Jusos vermuten, dass wohl etwas Anderes hinter der Aktion des Landrats steckt: Senioren sind eine große Wählergruppe. Ein taktisches Manöver also und kein wirklich demokratisch motivierter Vorschlag.

Die Jusos haben daher einen besseren Vorschlag: Warum haben nicht alle Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern? Ohne Rücksicht auf Herkunft, Geschlecht oder Alter. Niemand sollte diskriminiert werden. Daher kündigen Sie an, über die Jusos eine solche, diesmal gerechte, Umfrage zu initiieren.